Rip Curl Pro Bells Beach 2026: Alle Highlights und Videos im Überblick

Rip Curl Pro Bells Beach 2026
Quelle: World Surf League

Als erstes Event der WSL Championship Tour 2026 war das Rip Curl Pro Bells Beach vom 1. bis 11. April mehr als nur ein Saisonauftakt: Es war der erste echte Formcheck – wer gut in die Saison startet und wer sich hier früh ein Momentum für den weiteren Tour-Verlauf sichert. Am Finaltag standen gleich zwei neue Namen ganz oben: Gabriela Bryan setzte sich im Women’s Event gegen Molly Picklum durch und gewann ihre erste Bell; bei den Männern holte Miguel Pupo ebenfalls erstmals die Trophäe – und schrieb als goofy-footer Bells-Geschichte.

Highlight-Video: Rip Curl Pro Bells Beach 2026

Bells Beach: Geduld, Position, der richtige Moment

Bells Beach ist nicht der Ort, an dem dich schönes Wellenreiten allein weiterbringt. Von außen wirkt das manchmal unspektakulär, fast wie Leerlauf. Im Wasser ist es vor allem Taktik: Position halten, Optionen offenlassen, Energie sparen – und dann im richtigen Moment umschalten. Bells belohnt am Ende nicht das Dauer-Feuerwerk, sondern das richtige Timing: den Moment, in dem alles passt.

Am Finaltag passte dann vieles zusammen. In Winkipop stand ein semi-cleaner 4–5-Fuß-Swell an, genau die Bedingungen, die einem Bells-Finale gerecht werden: genug Power, genug saubere, offene Sections und genug Zeit, um Turns nicht nur anzusetzen, sondern bis zum Ende zu surfen. Trotzdem gilt in Bells: Ein Heat kann lange nach Plan laufen, bis ein Set kommt und alles mit zwei starken Wellen durcheinanderwirbelt.

Lineup_Rip Curl Pro Bells Beach 2026

Gabriela Bryan – die Schnellste im Kopf, die Stärkste auf der Rail

Gabriela Bryan wirkte die ganze Woche wie die Surferin, die sich am schnellsten auf die Bedingungen eingestellt hat. Sie surft mit Druck über die Rail, bleibt dabei ruhig und setzt ihre Sections sauber – in Victoria ist das oft mehr wert als jedes „Extra“.

Im Finale gegen Molly Picklum – amtierende Weltmeisterin und selbst auf der Jagd nach dem ersten Bells-Titel – war Bryan sofort präsent. Sie erwischte die besseren Wellen der ersten Sets, zog früh davon und legte später unter Priorität nach: erst ein großer Carve, dann ein fins-free Closeout-Hit. Picklum rutschte in die Combination, fand keinen Weg zurück in den Heat – am Ende stand ein 14.83 zu 8.33 für Bryan auf dem Scoreboard. Für Bryan bedeutete das: Sie gewann zum ersten Mal die Bell-Trophäe und feierte zugleich ihren fünften CT-Sieg.

Miguel Pupo – Goofy-Backside zur ersten Bells-Trophäe

Bei den Männern gewann Miguel Pupo – zum ersten Mal in Bells, und mit einem Ergebnis, das seine Karriere in ein neues Licht rückt. Seit 2011 auf Tour, jetzt 34 Jahre alt, gewinnt er hier seinen zweiten CT-Eventtitel überhaupt – und steht danach zum ersten Mal in seiner Laufbahn auf Platz 1 der Rankings.

Das Finale hatte noch eine zweite Ebene: Pupo traf auf Yago Dora, ebenfalls goofy-footer. Für Statistik-Fans: Ein all-goofy Bells-Finale gab es zuletzt 1993 – damals Damien Hardman gegen Barton Lynch, diesmal Miguel Pupo gegen Yago Dora. Dora lag über weite Strecken vorn, doch Pupo drehte den Heat im letzten Abschnitt: tief gestartet, um die erste Section gekämpft, dann drei große Backside Snaps auf dem offenen Face. Die Welle brachte ihm eine 8.10 und am Ende den Sieg mit 15.60 zu 13.90.

Rip Curl Pro Bells Beach 2026: Ergebnisse & Heat-Scores

Women’s Finale

1. Gabriela Bryan (HAW) 14.83
2. Molly Picklum (AUS) 8.33

Women’s Halbfinale

– Heat 1: Gabriela Bryan (HAW) 15.44 besiegt Alyssa Spencer (USA) 14.67
– Heat 2: Molly Picklum (AUS) 14.84 besiegt Isabella Nichols (AUS) 14.27


Men’s Finale

1. Miguel Pupo (BRA) 15.60
2. Yago Dora (BRA) 13.90

Men’s Halbfinale

– Heat 1: Miguel Pupo (BRA) 13.67 besiegt Griffin Colapinto (USA) 7.50
– Heat 2: Yago Dora (BRA) 16.33 besiegt Gabriel Medina (BRA) 16.17

Men’s Viertelfinale

– Heat 1: Miguel Pupo (BRA) 12.50 besiegt Barron Mamiya (HAW) 11.10
– Heat 2: Griffin Colapinto (USA) 15.00 besiegt Kanoa Igarashi (JPN) 13.03
– Heat 3: Yago Dora (BRA) 13.00 besiegt Leonardo Fioravanti (ITA) 9.00
– Heat 4: Gabriel Medina (BRA) 17.40 besiegt Samuel Pupo (BRA) 13.93

Der Ausblick: Margaret River wartet schon

Bells ist der erste Marker der Saison – und genau so fühlt es sich auch an: Die CT ist zurück, das Line-up wieder voll, und nach der Off-Season gibt es endlich wieder einen echten Maßstab, an dem sich das Feld messen lassen muss. In Victoria hat der Auftakt gepasst – für die Athlet:innen, die sich gleich vorne festbeißen wollten, genauso wie für die Fans, die genau diese Mischung aus Tradition und Spannung vermisst haben. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt trotzdem nicht: Der Western Australia Margaret River Pro folgt direkt, mit dem Contest-Fenster vom 16. bis 26. April.

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Bild von Team Coastaluna

Team Coastaluna

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