Die Championship Tour macht zum vierten Stopp einen Abstecher „across the ditch“: Von Australien geht’s rüber nach Neuseeland. Der New Zealand Pro läuft vom 15. bis 25. Mai 2026, und mit Manu Bay in Raglan steht erstmals ein Austragungsort auf dem CT-Kalender, der die Tour an Neuseelands ikonische Left bringt.
Vom Australien-Swing zum Raglan-Debüt: Medina und Silva führen das Feld nach Neuseeland
Vor dem Sprung nach Neuseeland blickt die Tour auf einen komplett australischen Auftakt zurück: Die ersten drei Stopps der CT-Saison fanden allesamt in Australien statt – der Rip Curl Pro Bells Beach, der Western Australia Margaret River Pro und der Bonsoy Gold Coast Pro. Entsprechend ist Raglan nicht nur geografisch ein Tapetenwechsel, sondern auch sportlich ein neuer Abschnitt der Tour. Mit dem Yellow Leader Jersey reisen Gabriel Medina und Luana Silva nach Neuseeland – beide gehen damit als aktuelle Rankings-Leader in den vierten Stopp.
Wo Neuseelands berühmteste Left läuft: Raglan als neue CT-Bühne mit langer Geschichte
Raglan gilt seit Jahrzehnten als Fixpunkt auf der Surf-Landkarte Neuseelands – vor allem wegen seiner drei weltbekannten Left-Hand-Pointbreaks, die sich entlang der Küste über mehrere Buchten ziehen. Manu Bay ist dabei der bekannteste Name: eine lange, linke Welle, die über Fels läuft und Raglans Ruf als „Left-Hand-Mecca“ geprägt hat. Wer den Spot als Ganzes versteht, versteht auch, warum das CT-Debüt hier so besonders ist: Raglans Breaks liegen an einer felsigen Küstenlinie und umfassen drei Bays – mit Manu Bay, Whale Bay und Indicators als den prominentesten Abschnitten. Genau dort setzt der New Zealand Pro an: CT-Surfing trifft erstmals auf einen Ort, der nicht nur sportlich, sondern auch kulturell fest in der Surfgeschichte verankert ist.
Für Neuseeland ist dieses Event mehr als nur ein weiterer Tourstopp. Die CT war zuletzt 2013 in Aotearoa zu Gast; davor fanden zwischen 2010 und 2013 vier Women’s Tour Events in Taranaki statt. Der erste dieser Stops wurde von Carissa Moore gewonnen – und blieb auch deshalb hängen, weil sie ihr Preisgeld damals an den lokalen Boardriders-Club spendete. Noch weiter zurück reicht die Erinnerung an 1976, als Michael Peterson in North Piha das allererste Event der professionellen Surf-Tour gewann. Mit dem New Zealand Pro 2026 schließt sich also ein Kreis: von frühen Meilensteinen der Pro-Ära hin zu einem modernen CT-Stop auf einer der bekanntesten Lefts des Landes.
Wildcards im Rampenlicht: Lokale Chancen auf der großen Bühne
Raglan hat Geschichte – keine Frage. Aber beim New Zealand Pro 2026 zählt vor allem das Hier und Jetzt. Denn so groß Raglans Name in der Surfwelt ist: Ein CT-Event vor der eigenen Haustür bleibt für lokale Athletinnen und Athleten eine seltene Gelegenheit. Beim New Zealand Pro bekommen gleich drei Neuseeländerinnen und Neuseeländer die Chance, sich per Wildcard mit dem Tourfeld zu messen.

Billy Stairmand: Raglan-Lokalmatador mit CT-Debüt
Als höchstplatzierter Neuseeländer auf der Challenger Series erhält Billy Stairmand die WSL-Wildcard. Als mehrfacher nationaler Champion, Olympiateilnehmer und erfahrener Contest-Surfer bringt er das Paket an Routine mit – und betritt trotzdem Neuland: Für ihn ist es der erste Start auf CT-Niveau.

Alani Morse: Früher Durchbruch im Heimatort
Alani Morse steht für die nächste Generation. In Raglan aufgewachsen und über die lokale Surfing Academy schnell Richtung internationale Bühne entwickelt, setzte sie bei den Trials ein Ausrufezeichen: Im „Queen of the Point“-Finale sprang sie als 15-Jährige mit einem Last-Second-Score nach vorn. Ihr Mix aus Style und Power – gerade auf der Backhand – passt in Manu Bay wie maßgeschneidert.
Tom Butland: Trials-Sieg mit zusätzlicher Comeback-Note
Tom Butland kommt über die Trials ins Hauptfeld und bringt eine persönliche Komponente mit: Nach einer verletzungsgeprägten Phase ist dieser Startplatz auch ein sportliches Comeback-Signal. Zum Auftakt wartet direkt ein klarer Gradmesser, denn er eröffnet im Men’s Draw gegen CT-Rookie Luke Thompson (RSA).
Leader Jerseys im Gepäck, Manu Bay im Blick: So geht Raglan ins Competition Window
Und auch die Formkurve ist gesetzt: Gabriel Medina und Luana Silva reisen im Yellow Leader Jersey nach Neuseeland – die Ausgangslage vor Raglan ist damit klar abgesteckt. In Manu Bay trifft diese Spitze auf einen Schauplatz, der Raglan seit Jahrzehnten prägt: offiziell bekannt für drei „world-class point breaks“, dazu eine lange Left über Fels, die den Ort international verankert hat. Wer hier schnell den Rhythmus findet, kann früh im Saisonverlauf wichtige Punkte setzen – und die Wildcards bekommen die seltene Gelegenheit, genau das im eigenen Lineup gegen das Tourfeld zu testen. Los geht’s ab 15. Mai, wenn der New Zealand Pro in Raglan in sein Competition Window startet.






