Nach vielen Jahren der Treue zum Rip Curl Flashbomb wollte ich mal was Neues wagen. Dabei war ich mit dem Flashbomb immer zufrieden, aber irgendwie war der Reiz zu groß und das Marketing von Billabong einfach zu gut. Schließlich bin ich beim Billabong Furnace Natureal gelandet. Ob sich der Wechsel gelohnt hat und wie sich das Premium-Modell von Billabong im Alltag schlägt, erfahrt ihr in diesem Test.
Alles Begann mit dem Größencheck: gibt’s überhaupt eine Größe, die laut der Größentabelle von Billabong zu meinem Körpermaße passt. Also, erst mal die die Billabong-Seite gecheckt und ja, zumindest laut der Angaben auf der Website sollte mir der Anzug in der Größe MS optimal passen. Den Anzug habe ich online bestellt und zwar direkt bei Billabong. Die Lieferzeit lag bei knapp einer Woche. Bei der Bestellung habe ich mich für das Treueprogramm von Billabong angemeldet. Das hat sich durchaus gelohnt, denn dort gibt es immer wieder überraschend attraktive Aktionen und Rabatte, die man auf einer Herstellerseite nicht unbedingt erwarten würde. Der Anzug wurde gut verpackt geliefert und ja, er sitzt wie angegossen!
Billabong Furnace Natural
Den Billabong Furnace Natural gibt es gut sortiert für nahezu jede Wassertemperatur – alle Varianten auf einen Blick:
- 6/5mm Hooded
- 5/4mm Hooded
- 5/4mm
- 4/3mm
- 3/2mm
Easy Entry: So gelingt der Einstieg
Der Einstieg erfolgt über einen Brustreißverschluss (Chest Zip) – eine Variante mit klassischem Rückenreißverschluss gibt es nicht. Der Zipper ist mir direkt ins Auge gesprungen und wirkt auf den ersten Blick etwas zierlich, insbesondere im Vergleich zu Modellen wie dem O’Neill Hyperfreak Fire. Von der Optik sollte man sich allerdings nicht täuschen lassen. In der Praxis funktioniert der Reißverschluss tadellos und wirkt wesentlich robuster, als es zunächst den Anschein macht. Für alle, die zum ersten Mal mit einem Frontzip-Neoprenanzug liebäugeln, ist der Furnace Natural ein guter Kandidat, denn der Einstieg ist wirklich super einfach. Um den Wassereintritt auf ein Minimum zu reduzieren, lässt sich der Einstiegsbereich über einen Kordelzug individuell anpassen.
Maximale Bewegungsfreiheit beim Paddeln
Warum der Einstieg so einfach ist, lässt sich schnell erklären: Im Schulter- und Armbereich verwendet Billabong ein besonders stretchiges Material, das für maximale Bewegungsfreiheit sorgt. Vor allem Wellenreiter profitieren davon. Beim Paddeln muss man bei den Überkopfbewegungen deutlich weniger gegen das Material anarbeiten, was sich gerade in längeren Sessions positiv bemerkbar macht. Insgesamt besteht der Anzug komplett aus aus doppelt kaschiertem Material – Billabong verzichtet vollständig auf Glatthaut-Elemente. Das sollte man bedenken, wenn man den Anzug auch zum Kiten, Windsurfen oder Wingen nutzen möchte. Glatthaut Panels bieten in der Regel noch ein kleines Plus an Wärme – dafür opfert man etwas an Flexibilität.
Wärmeleistung im Check: Das steckt im Innenfutter
Beim Innenfutter setzt Billabong nahezu vollständig auf das sogenannte Graphene+-Lining. Die markante schwarz-violette Gewebestruktur zieht sich vom Brustbereich bis hinunter zu den Beinabschlüssen. Lediglich in den Armen verzichtet der Hersteller zugunsten einer höheren Bewegungsfreiheit auf das dickere Thermofutter. Herzstück des Innenmaterials ist Graphen – ein Kohlenstoffmaterial mit außergewöhnlich hoher Wärmeleitfähigkeit. Es sorgt dafür, dass sich das Futter schnell auf Körpertemperatur erwärmt und die gespeicherte Wärme länger im Anzug gehalten wird. Gerade bei kalten Wassertemperaturen bietet der Furnace Natural daher eine spürbar bessere Isolation als Modelle mit einfachen Nylon-Innenfuttern. Neben der Wärmeleistung spielt auch die Nachhaltigkeit eine Rolle: Das Innenfutter besteht aus recycelten Materialien, darunter wiederverwertete PET-Flaschen.

Mehr Natur als Neopren: Das Material
Doch nicht nur beim Innenfutter geht Billabong eigene Wege. Streng genommen handelt es sich beim Furnace Natural nämlich gar nicht mehr um einen klassischen Neoprenanzug. Zwar hat sich der Begriff „Neoprenanzug“ längst als Synonym für Wetsuits etabliert, das eigentliche Material besteht hier jedoch überwiegend aus Naturkautschuk statt aus erdölbasierten Materialien, die man üblicherweise als Neopren bezeichnet. Ziel ist es, die Umweltbelastung im Vergleich zu herkömmlichen Neoprenanzügen zu reduzieren, ohne dabei auf die wichtigen Eigenschaften wie Wärmeleistung, Flexibilität und Haltbarkeit zu verzichten.
Gegen Wind und Kälte: Die Nahtkonstruktion
An der Außenseite setzt Billabong größtenteils auf verschweißte Nähte, die sogenannten Power Seams. Dadurch wirkt die Oberfläche beinahe wie aus einem Guss und fällt durch ihre glatte, aufgeräumte Optik auf. Statt sichtbarer Nahtverläufe präsentiert sich der Anzug größtenteils mit klaren Linien und einer geschlossenen Außenhaut, an der Wind und Wasser deutlich weniger Angriffsfläche finden. Gerade bei kalten Bedingungen macht sich das bemerkbar.
Was außen für Schutz vor Wind und kaltem Wasser sorgt, wird auf der Innenseite konsequent fortgeführt. Hier sind die besonders beanspruchten Nähte mit einem elastischen Tape – dem sogenannten Super-flex Tape – versehen, das wie eine zusätzliche Dichtungsschicht über den Verbindungsstellen liegt. Dadurch wird das Eindringen von Wasser weiter reduziert. Zusammen mit den verschweißten Außennähten ergibt sich ein stimmiges Gesamtpaket, das klar auf Wärme, Komfort und lange Sessions in kaltem Wasser ausgelegt ist.
Für harte Einsätze: Die Kniepads
Die Kniepads sind großzügig gestaltet und wirklich robust. Wer den Anzug auch zum Wingfoilen nutzt, wird den zusätzlichen Schutz besonders zu schätzen wissen. Trotz des robusten Materials schränken die Pads die Bewegungsfreiheit während der Session nicht ein.
Premium, aber nicht überteuert
Preislich beginnt die Furnace-Natural-Serie bei 399,95 Euro für die 3/2-mm-Version und reicht bis 469,95 Euro für das wärmste Modell der Reihe, den Furnace Natural 6/5 Hooded mit integrierter Haube. Ein Schnäppchen ist der Anzug damit sicherlich nicht. Im Vergleich zu vielen Konkurrenzmodellen bewegt sich Billabong jedoch noch im unteren Bereich des Premiumsegments. So liegt die unverbindliche Preisempfehlung für den Furnace Natural 5/4 Hooded bei 459,95 Euro, während beispielsweise der vergleichbare Rip Curl Flashbomb 5/4 Hooded mit 529,99 Euro zu Buche schlägt.
Für wen lohnt sich der Furnace Natural?
Wer auf der Suche nach einem hochwertigen Neoprenanzug ist, der Wärmeleistung und Bewegungsfreiheit auf hohem Niveau kombiniert, macht mit dem Furnace Natural wenig falsch. Letztlich hängt die Entscheidung davon ab, worauf du persönlich mehr Wert legst: maximale Flexibilität oder das zusätzliche Quäntchen Wärme, das Glatthaut-Panels bieten können. Worauf du immer achten solltest ist die optimale Passform.

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