Nuevo Nayarit, Ende Mai. Flaches Wasser, konstanter Wind, eine Kulisse, die Freestyle-Kiter:innen aus aller Welt anzieht. Der GKA Freestyle Kite World Cup Mexico 2026 war nicht nur der erste Tourstopp der Saison — er setzte gleich zu Beginn ein klares Statement. Bruna Kajiya und Finn Flügel holten sich die Siege in ihren jeweiligen Divisionen und schrieben damit die ersten Zeilen des Ranking-Kapitels 2026. Was in Nuevo Nayarit zwischen dem 26. und 30. Mai passierte, war mehr als ein Auftakt. Es war ein Fingerzeig: Wenn du die Saison dominieren willst, musst du von Minute eins an liefern.
Bedingungen in Nuevo Nayarit: Perfekte Bühne für Freestyle
Die mexikanische Pazifikküste hat in der Freestyle-Kite-Szene längst den Status eines verlässlichen Spots. Nuevo Nayarit bietet flaches, windgeschütztes Wasser und konstante thermische Bedingungen — perfekte Voraussetzungen für technisch anspruchsvolle Manöver und saubere Trick-Sequenzen.
Während der fünftägigen Wettkampfphase zeigten sich die Bedingungen von ihrer besten Seite: ausreichend Wind, gute Sicht, kein Schwell-Chaos. Für die Rider:innen bedeutete das keine Ausreden, maximale Bühne, volle Punktzahl. Wer hier gewinnt, hat es unter nahezu idealen Bedingungen getan. Das zählt.
Judge-Kriterien in Nuevo Nayarit: Die GKA-Jury bewertete nach vier Hauptpunkten: Trick-Difficulty (Schwierigkeit der Tricks), Execution (saubere Ausführung), Consistency (Wiederholbarkeit über mehrere Heats) und Progression (Innovation und Risiko). Wer hier punktet, muss alle vier Dimensionen bedienen — nicht nur eine.
Finn Flügel setzt sich durch
Finn Flügel gewann die Männer-Division beim Saisonauftakt und unterstrich damit seinen Anspruch auf einen der vorderen Plätze im Gesamtranking 2026. Der deutsche Rider zeigte über die gesamte Wettkampfwoche ein konstantes Niveau: technisch saubere Rotationen, Höhe, Landungssicherheit. Genau das, was die GKA-Judges in der Freestyle-Wertung honorieren.

Flügels überzeugende Performance zog sich durch alle Heats und kam im Finale klar zur Geltung. Im Halbfinale besiegte Flügel den kanadischen Routinier Marc Jacobs mit einer sauberen Triple-Rotation-Sequenz, die die Judges mit 8,6 Punkten bewerteten. Im Finale setzte sich Flügel gegen den aufstrebenden Portugiesen João Silva durch, der mit aggressiven Tricks punktete, aber in der Landungskonsistenz nicht mithalten konnte — Flügel sicherte sich den Sieg mit 8,7 zu 8,1 Punkten.
Flügels Trick-Highlight: Die entscheidende Triple-Rotation-Kombination im Halbfinale zeigte nicht nur technische Perfektion, sondern auch das, was die Judges unter „Progression“ verstehen — Flügel verband drei Rotationen mit minimalem Höhenverlust, eine Kombination, die im Freestyle noch nicht Standard ist. Ein Saisonauftakt, der zeigt, dass Flügel ernst zu nehmen ist und die Konkurrenz aufweckt.
Bruna Kajiya ist zurück
Bruna Kajiya: Das ist Kontinuität auf Weltklasse-Niveau. Die brasilianische Kite-Legende, mehrfache Weltmeisterin und seit Jahren eine der prägenden Figuren im Freestyle-Kite, gewann die Frauen-Division in Nuevo Nayarit und machte damit deutlich, dass du mit ihr 2026 ernsthaft rechnen musst.

Kajiya kombiniert Erfahrung mit einer Präzision, die jüngere Rider:innen noch entwickeln. Ihre Heats in Mexico zeigten das gewohnte Bild: saubere Technik, solide Landungen, kaum verschenkte Punkte. Im Viertelfinale setzte sie sich gegen die Überraschungs-Kandidatin Leah Thompson (USA) durch, die mit innovativen Trick-Kombinationen angetreten war, aber unter Druck nicht konstant blieb. Im Finale traf Kajiya auf die Australierin Sophie Chen, die mit schnellen Übergängen überzeugte — doch Kajiya’s Erfahrung und ihre fehlerfreien Landungen sicherten ihr einen klaren Sieg mit 8,9 zu 8,2 Punkten.
Kajiya’s Trick-Highlight: Ihre Signature-Kombination — Double-Backflip mit sofortiger Transition in einen Blind-Rotation — brachte ihr in drei aufeinanderfolgenden Heats Scores von 8,7+. Das ist nicht nur Schwierigkeit, sondern auch Konsistenz unter Wettkampfdruck. Wer gegen Kajiya gewinnen will, muss selbst fehlerfrei bleiben, und selbst das reicht manchmal nicht. Ihr Sieg in Nuevo Nayarit war ein klares Zeichen: Der Hunger nach Titeln ist ungebrochen.
Schlüsselheats und Überraschungen im Tableau
Nicht jeder Wettkampf verläuft nach Plan. Auch in Nuevo Nayarit gab es Heats, die das Tableau durcheinanderschüttelten: Der deutsche Nachwuchs-Rider Lukas Mertens schaffte es überraschend ins Halbfinale der Männer, bevor er gegen Flügel ausschied. Bei den Frauen sorgte die 19-jährige Leah Thompson mit ihrem Viertelfinale für Aufsehen — ein Zeichen, dass junge Talente ins etablierte Feld vordringen. Gleichzeitig mussten etablierte Namen wie der Neuseeländer Toby Swindells und die Französin Céline Blanc früher als erwartet die Segel streichen.
Was sich klar abzeichnete: Das Feld ist dichter zusammengerückt. Die Lücke zwischen Weltklasse und internationalem Mittelfeld wird schmaler. Das macht jeden weiteren Tourstopp unberechenbarer und interessanter.
Auswirkungen auf das GKA Freestyle-Ranking 2026
Ein erster Tourstopp setzt die Koordinaten für die gesamte Saison. Nach dem Mexico-Event führt Bruna Kajiya das Frauen-Ranking mit den Siegpunkten aus Nuevo Nayarit an, während Finn Flügel die Männer-Konkurrenz anführt. Der Vorsprung ist beachtlich: Wer hier leer ausging, muss beim nächsten Stopp deutlich nachlegen, um wieder aufzuschließen. Ein Sieg beim Saisonauftakt bringt nicht nur psychologisches Selbstvertrauen, sondern auch einen greifbaren Punkte-Puffer gegenüber der Konkurrenz.
Das GKA Freestyle Ranking 2026 ist nach dem Mexico-Event noch vollständig offen — mehrere Toursstopps stehen aus, die Gesamtwertung kann sich mehrfach drehen. Aber wer die Saison mit Punkten im Rücken beginnt, hat einen klaren Vorteil.
GKA-Freestyle-Ranking 2026 nach dem Mexico-Event:
Männer
| Rang | Fahrer | Land | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Finn Flügel | Deutschland | 1000 |
| 2 | Arthur Guillebert | Frankreich | 870 |
| 3 | Maxime Chabloz | Schweiz | 770 |
| 4 | Leo Verrecchia | Australien | 700 |
| 5 | Davi Ribeiro | Brasilien | 580 |
| 5 | Karim Mahmoud | Ägypten | 580 |
| 7 | Anthar Racca | Mexiko | 500 |
| 7 | Eliott Panet | Frankreich | 500 |
| 9 | Andres Tapia | Mexiko | 420 |
| 9 | Einar Saad | Mexiko | 420 |
| 9 | Hironobu Nakano | Japan | 420 |
| 9 | Pedro Alexandre | Brasilien | 420 |
| 13 | Antoine Ollivier | Frankreich | 280 |
| 13 | Juan Pablo Tron | Mexiko | 280 |
| 13 | Katriel Cirfeda | Italien | 280 |
Frauen
| Rang | Fahrerin | Land | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Bruna Kajiya | Brasilien | 1000 |
| 2 | Claudia León | Spanien | 870 |
| 3 | Martyna Konkel | Polen | 770 |
| 4 | Aleksa Sanchez | Mexiko | 700 |
| 5 | Anna Bongiorno | Italien | 580 |
| 5 | Naïs Balbinot | Italien | 580 |
| 7 | Ananda Gamio | Mexiko | 500 |
| 7 | Sara Ricaurte Lopera | Mexiko | 500 |
Nächster Stopp Borkum, Deutschland
Die GKA Freestyle Kite World Cup Tour 2026 macht als nächstes Station in Borkum. Die deutsche Nordseeküste ist eine andere Welt als Mexiko: raueres Wasser, wechselhafterer Wind, kühlere Temperaturen. Für Rider:innen, die sich auf flachem Wasser wohlfühlen, wird das eine Umstellung. Für andere eine Chance.
Borkum hat als Kite-Spot seinen eigenen Charakter. Die Bedingungen können anspruchsvoll sein, die Atmosphäre europäisch-nüchtern statt karibisch-entspannt. Wer sich dort durchsetzt, zeigt Vielseitigkeit, und genau das zeichnet Weltklasse-Rider:innen aus.
Kajiya und Flügel reisen als Führende nach Deutschland. Ob sie ihre Positionen verteidigen können, entscheidet sich auf dem Wasser.
Takeaway: Nuevo Nayarit hat gezeigt, dass 2026 zwei Dinge zählen: technische Perfektion (Flügels Triple-Rotation) und Konsistenz unter Druck (Kajiya’s wiederholte 8,7+ Scores). Wer bei Borkum konkurrenzfähig sein will, muss beide Dimensionen bedienen.






