Leonardo Fioravanti hat am 13. Juni 2026 beim Surf City El Salvador Pro seinen ersten Championship-Tour-Titel gewonnen und Italien damit zur neuen Wellenreit-Nation auf der WSL-Bühne gemacht. Mit einem Finalsieg gegen Ítalo Ferreira sicherte sich der Römer seinen ersten CT-Titel und schrieb gleichzeitig ein Stück Surf-Geschichte. Bei den Frauen holte sich Carissa Moore ihren zweiten Sieg in Folge an diesem Spot und zeigt nach ihrem Comeback auf der Tour, dass sie nichts von ihrer Klasse verloren hat weiterhin zur absoluten Weltspitze gehört.
Punta Roca hat geliefert. Der legendäre Linksbrecher vor La Libertad war in dieser Woche Schauplatz eines der emotionalsten Finaltage der laufenden Championship Tour. Am Ende standen zwei Ergebnisse, die man sich kaum hätte besser ausdenken können.
Leonardo Fioravanti holt Italiens ersten CT-Sieg
Dass Leonardo Fioravanti und El Salvador gut zusammenpassen, war bereits in den vergangenen Jahren erkennbar. Die langen, berechenbaren Wände von Punta Roca kommen seinem flüssigen und technisch sauberen Surfstil entgegen. Diesmal nutzte der Italiener die Bedingungen konsequent aus.
Auf dem Weg ins Finale setzte sich Fioravanti zunächst gegen Kanoa Igarashi durch, bevor er im entscheidenden Heat auf Ítalo Ferreira traf. Der Brasilianer hatte zuvor Gabriel Medina ausgeschaltet und galt als einer der Topfavoriten auf den Sieg. Doch an diesem Tag gehörte die Bühne Fioravanti.
Mit seinem Erfolg beim Surf City El Salvador Pro 2026 ist er der erste Italiener überhaupt, der einen Event der WSL Championship Tour gewinnt. Ein historischer Moment – nicht nur für ihn selbst, sondern auch für die italienische Surf-Szene, die in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht hat.
Fioravanti überzeugte während der gesamten Woche mit Konstanz. Er fand die besten Wellen, traf unter Druck die richtigen Entscheidungen und präsentierte sich in den entscheidenden Momenten nervenstark. Wer ihn in El Salvador surfen sah, bekam das Gefühl, dass dieser Sieg keine Überraschung war, sondern die Konsequenz einer außergewöhnlich starken Leistung.

Moore setzt in El Salvador das nächste Ausrufezeichen
Carissa Moore braucht eigentlich keine großen Worte mehr. Sieben Weltmeistertitel, olympisches Gold und jetzt zwei Siege in Folge beim Surf City El Salvador Pro. Wer nach ihrem WSL-Comeback noch Zweifel hatte, ob sie wieder auf höchstem Niveau mithalten kann, hat in El Salvador eine eindeutige Antwort bekommen.
Punta Roca verlangt Präzision und Timing. Moore hat beides. Ihre Fähigkeit, Wellen früh zu lesen und dann mit maximaler Effizienz zu surfen, war in dieser Woche auf einem anderen Level als das restliche Feld. Back-to-back-Siege an einem Spot sind selten, sie passieren nicht zufällig.
Im Halbfinale besiegte Carissa Moore Gabriela Bryan; im Finale schlug sie Tyler Wright mit 15,10 zu 13,84.
Mit diesem Ergebnis festigt Moore ihre Position im Ranking deutlich. Der Titelkampf auf der Frauen-Tour bleibt eng, aber sie hat jetzt einen klaren Schritt nach vorne gemacht.

Das Ranking nach El Salvador im Überblick
Der Tourstopp in El Salvador hat das Ranking auf beiden Tours deutlich enger zusammengeschoben. Vor allem Fioravantis Sieg sorgt für Bewegung im Kampf um die Spitzenplätze. Auch Moore hat mit ihrem Erfolg wertvolle Punkte gesammelt und den Druck auf die direkte Konkurrenz erhöht, weshalb die kommenden Stopps eine zentrale Rolle im Titelrennen spielen werden.
Männer: Italo Ferreira 30.525, Gabriel Medina 26.610, Fioravanti 26.130, Yago Dora 22.950, Miguel Pupo 22.385
Frauen: Gabriela Bryan 30.320, Carissa Moore 28.745, Picklum 28.120, Luana Silva 27.090, Lakey Peterson 23.490.
Die Championship Tour zieht weiter nach Brasilien
Nach El Salvador zieht die Championship Tour weiter nach Brasilien. Mit dem VIVO Rio Pro in Saquarema steht vom 19.06. bis 27.06. nun ein Event bevor, der das Ranking regelmäßig durcheinanderwirbelt.
Dabei könnte der Kontrast kaum größer sein. Während Punta Roca mit langen, geordneten Linien lockt, verlangt der brasilianische Beachbreak deutlich mehr Anpassungsfähigkeit. Die Bedingungen sind wechselhafter, die Wellen oft unberechenbarer.
Hinzu kommt die besondere Atmosphäre. Die brasilianischen Fans verwandeln Saquarema Jahr für Jahr in eines der lautesten und emotionalsten Events der Saison. Für die heimischen Surfer ist es ein Heimspiel, für alle anderen eine zusätzliche Herausforderung.
Das Surf City El Salvador Pro 2026 war mehr als nur ein weiterer Tourstopp. Italiens erster Championship-Tour-Sieg, ein weiteres Ausrufezeichen von Carissa Moore und ein Ranking, das enger wird als je zuvor: Die Saison hat endgültig Fahrt aufgenommen. Die nächste Bühne wartet bereits in Rio.






