Das Goya Custom Thruster geht in eine neue Runde – und damit steigen die Erwartungen automatisch: spürbarer Feinschliff, ein Tick mehr Speed, ohne an Kontrolle zu verlieren. Aber wird das Board wirklich wieder so überzeugend wie sein Vorgänger? Genau das macht diesen Shape so spannend, denn er soll sich als unkompliziertes Go-to-Waveboard für realistische Side- bis Onshore-Bedingungen empfehlen – mit einer Mischung aus früherem Angleiten, Tempo und echter Manövertauglichkeit. Ob dieser Spagat aufgeht, zeigt sich in den Details – schauen wir uns an, was Goya hier verändert hat und wie sich das in der Praxis anfühlen soll.

- Einsatzbereich: Allround-Wave
- Bedingungen: Side- bis Onshore
- Range-Position: zwischen Custom Quad und ONE
- Finnen-Setup: Thruster (3-Finnen) – US-Box
- Größen/Volumen: 81 / 86 / 92 / 99 / 106 Liter
- Preis (UVP): 2.590 €
Was bedeutet die 5 beim Thruster?
Bevor wir tiefer einsteigen, ein kurzer Einordnungs-Exkurs: Woher kommt beim „Thruster“ eigentlich die „5“ – kann das Board heimlich mehr als drei Finnen zählen? Bei Goya ist die Zahl weniger als Finnen-Mathe zu verstehen, sondern als Modellgeneration innerhalb der Custom-Thruster-Linie. Das Custom Thruster 5 steht damit für die aktuelle Evolutionsstufe – und ist folgerichtig der Nachfolger des Thruster 4. Ins Bild passt auch, dass sich Goya in den letzten Jahren auf einen Zwei-Jahres-Rhythmus für neue Board-Generationen eingependelt hat: Der Thruster 5 ist damit der Kandidat, der die Range durch 2026 und 2027 tragen soll.
Einordnung in Goyas Range: zwischen Quad und One
In Goyas Boardlinie steht der Custom Thruster 5 zwischen dem Custom Quad als Vier-Finnen-Waveboard und dem ONE, der stärker Richtung Freewave-Segment ausgerichtet ist. Während das Thruster in den letzten Jahren gefühlt noch sehr nah am Quad unterwegs war, rückt es nun ein Stück weiter in die Mitte und positioniert sich klarer zwischen Custom Quad und ONE, weiterhin mit klarem Fokus auf die Welle.
Shape-Idee: das Beste aus zwei Welten
Und genau hier wird die Absicht hinter dem Shape greifbar, denn Shaper Keith Teboul will beim Thruster 5 erkennbar das Beste aus beiden Welten zusammenführen – die Wave-DNA des Quad und die Zugänglichkeit des ONE. Der Rocker ist dabei als Balanceakt angelegt: schneller als der Quad, aber mit mehr Rocker als der ONE. Am Bottom geht die Brücke in die gleiche Richtung: ein volles V-Bottom (wie beim One), kombiniert mit etwas mehr Concave, um im Turn zusätzlichen Grip zu liefern. Unterm Strich soll das Thruster 5 frühes Angleiten und Top-Speed vereinen, ohne dabei die Manöver- und Wave-Tauglichkeit zu opfern.
Wie schon beim Vorgänger bleibt Goya beim Custom Thruster 5 bei fünf Größen – allerdings mit einer kleinen, für viele ziemlich relevanten Verschiebung nach oben. Besonders alle schwereren Waver dürften aufhorchen: Neu ist ein 106-Liter-Modell, während die Range zuvor bei 99 Litern endete. Die Volumenstaffel liest sich damit so: 81, 86, 92, 99 und 106 Liter
Beim Shape hat Goya ordentlich nachgeschärft: Der Thruster 5 fällt minimal länger aus als der Custom Thruster 4, dazu kommt eine im Vergleich zur Vorgängergeneration stärker eingezogene Nose – ein Detail, das vor allem auf Kontrolle und Manövrierfähigkeit abzielt. Die Volumenverteilung folgt dabei einer klaren Logik: viel Volumen im Standbereich für einen stabilen, entspannten Stand – nach hinten Richtung Tail nimmt das Volumen deutlich schneller ab. Das kann bei Turns und Cutbacks spürbar mehr Kontrolle geben.
Setup-Details: Straps, Pads & Finnen
Die Position der Fußschlaufen wurde um etwa 1,5–2,5 cm nach hinten verschoben. Die Straps kommen von MFC und sind aus einem hochwertigen Neopren.
Bei den Footpads wurde noch einmal ordentlich Liebe ins Detail gesteckt – mit dem Ziel, besseren Halt, mehr Komfort und längere Haltbarkeit herauszuholen. Die Pads fallen etwas kleiner aus und sitzen nur dort, wo sie wirklich gebraucht werden. Die Dämpfung soll dadurch genau an den richtigen Stellen ankommen – und nebenbei wird auch beim Gewicht noch das sprichwörtliche letzte Gramm eingespart. Das Pad für den hinteren Fuß kommt mit einem typischen Tail-Kick: optisch gibt’s eine Portion mehr Wave-Feeling, und in der Praxis soll es bei Turns und Powermoves ein sichereres, besser abgestütztes Gefühl liefern.
Bei den Finnenkästen bleibt Goya seiner Linie treu und setzt beim Custom Thruster 5 weiterhin auf drei US-Boxen. Es handelt sich dabei um eine spezielle Eigenentwicklung, deren Konstruktion und Verklebung leichter und gleichzeitig stabiler als herkömmliche Boxen ausfallen sollen – Goya nennt hier eine Gewichtseinsparung von knapp 50 %. Die gleiche Bauweise kommt übrigens auch bei der Mastschiene zum Einsatz. Dazu passend gehören die drei MFC-Finnen serienmäßig zum Lieferumfang. Die Centerfinne liegt – abhängig von der Boardgröße – zwischen 17 und 21 cm, die Sidefins zwischen 10 und 11 cm.
Fazit: Goya Custom Thruster 5
Rot muss man schon mögen und genau so konsequent wie das Design wirkt auch die Idee hinter dem Goya Custom Thruster 5. Denn der Thruster 5 ist weniger ein Feinschliff als ein echtes Shape-Update: Goya nutzt den Zweijahreszyklus, um das bewährte Konzept nicht nur nachzupolieren, sondern spürbar weiterzuentwickeln – als Waveboard, das in realistischen Side- bis Onshore-Bedingungen genau dort abliefert, wo viele Shapes entweder zu speziell oder zu kompromissbehaftet werden.
Unterm Strich rückt der Thruster 5 noch klarer in die Mitte zwischen Custom Quad und One – und trifft damit einen ziemlich spannenden Sweetspot: frühes Angleiten und Speed, ohne dass sich das Board im Turn nervös anfühlt oder Kontrolle verschenkt. Rocker-Balance, das V-Bottom mit zusätzlichem Grip und die manöverorientierten Updates (von Outline bis Strap-Position) zahlen alle auf das gleiche Ziel ein: Tempo mit echter Wellentauglichkeit. Für dich ist das Board vor allem dann interessant, wenn du ein unkompliziertes Waveboard suchst, das bei Side- bis Onshore Spaß macht.






