Sitzbezüge für Surfer: Wenn der Neoprenanzug mit ins Auto steigt

Wasserabweisende Sitzbezüge für Surfer
Quelle: mysticboarding.com/

Nach der Surfsession einfach ins Auto setzen und ab nach Hause – direkt unter die warme Dusche. Wären da nicht die empfindlichen Autositze. Wer regelmäßig surft kennt das kleine Dilemma: Der Neoprenanzug ist noch nass, die Haare tropfen, irgendwo klebt Sand und trotzdem möchte man einfach nur noch heim. Ein Handtuch auf dem Sitz hilft dabei nur bedingt. Wasser findet schließlich seinen Weg – und Sand sowieso.

Wasserabweisende Sitzbezüge sind deshalb ein ziemlich unspektakuläres, aber praktisches Zubehör. Die sogenannten Car Seat Cover werden einfach über den vorhandenen Sitz gezogen und bilden eine zusätzliche Schutzschicht gegen Wasser, Sand und Schmutz. Doch welcher Sitzbezug passt zum eigenen Auto? Was bedeutet eigentlich „wasserabweisend“ und wann sollte es besser ein wasserdichtes Modell sein? Und worauf muss man bei Sitzen mit Seitenairbags achten?


Warum sind wasserabweisende Sitzbezüge sinnvoll?

Wer schon einmal mit einem komplett nassen Neoprenanzug auf dem Fahrersitz saß, weiß: Ein Handtuch ist besser als nichts – aber eben auch keine perfekte Lösung. Gerade wenn der Neo noch tropfnass ist, kann Feuchtigkeit schnell in das Sitzpolster gelangen. Dazu kommen Sand, Salz und Schmutz, die sich gerne in den kleinsten Ritzen festsetzen.

Wasserabweisender Sitzbezug von Northcore
Quelle: northcore-europe.com/

Ein passender Sitzbezug schafft hier eine zusätzliche Barriere zwischen nassem Neopren und dem eigentlichen Autositz. Besonders praktisch ist das, wenn man nach der Session nicht erst komplett umziehen möchte oder kann. Nasser Neoprenanzug und Sand sind für Autositze ungefähr so eine gute Kombination wie Salzwasser für frisch polierte Felgen.

Wichtig ist allerdings der Unterschied zwischen wasserabweisend und wasserdicht. Wasserabweisende Materialien halten Feuchtigkeit bis zu einem gewissen Grad ab, während wasserdichte Materialien darauf ausgelegt sind, das Durchdringen von Wasser zu verhindern. Für die kurze Fahrt vom Spot nach Hause kann ein wasserabweisender Bezug völlig ausreichen. Wer dagegen regelmäßig längere Strecken mit einem komplett nassen Neoprenanzug fährt, sollte genauer auf Material, Verarbeitung und die Angaben des Herstellers achten.

Weniger Sand, weniger Aufwand

Ein weiterer Vorteil liegt bei der Reinigung: Was auf dem Bezug landet, muss nicht auf dem Originalbezug landen. Sand und Schmutz lassen sich bei vielen Modellen einfach abwischen. Je nach Material und Ausführung kommen dafür beispielsweise beschichtete Polyesterstoffe, recycelte Synthetikfasern oder Neopren zum Einsatz. Natürlich nimmt einem auch ein Sitzbezug die Reinigung nicht komplett ab. Aber zwischen „kurz abwischen“ und „versuchen, nassen Sand aus dem Sitzpolster zu bekommen“ liegen eben doch ein paar Nerven.

Surflogic Seatcover camo
Einzelsitzbezug von Surflogic im Camouflage-Muster
Einzelsitzbezug von Surflogic im Camouflage-Muster
Einzelsitzbezug von Surflogic im Camouflage-Muster

Worauf sollte man beim Kauf eines Autositzbezugs achten?

Das wichtigste Kriterium ist die Passform. Ein Universalbezug muss nicht auf den Millimeter genau für ein bestimmtes Fahrzeugmodell zugeschnitten sein. Er sollte aber so sitzen, dass er während der Fahrt möglichst wenig verrutscht und den Sitz zuverlässig abdeckt. Auf dem Markt gibt es sowohl universelle Schnitte als auch Modelle, die auf bestimmte Sitzformen oder Fahrzeugtypen ausgelegt sind. Gerade bei Vans und Campern lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die eigene Sitzkonfiguration.

Vor dem Kauf solltest du unter anderem prüfen:

  • Hat der Sitz eine separate Kopfstütze?
  • Gibt es Armlehnen?
  • Handelt es sich um einen Einzel- oder Doppelsitz?
  • Wie verlaufen die Sicherheitsgurte?
  • Ist der Sitz stark konturiert?
  • Sind Seitenairbags im Sitz integriert?

Eine gute Passform macht nicht nur während der Fahrt einen Unterschied. Auch das Anbringen und Abnehmen wird dadurch deutlich einfacher.

Mystic Car Seat Cover Single
Einzelsitzbezug von Mystic: Car Seat Cover Single
Mystic Car Seat Cover Double
Doppelsitzbezug von Mystic: Car Seat Cover Double

Seitenairbags: Hier hört der Spaß auf

Bei Farbe und Design darf der persönliche Geschmack entscheiden. Bei sicherheitsrelevanten Details sollte dagegen nicht experimentiert werden. Seitenairbags sind bei vielen Fahrzeugen direkt in den Sitzen integriert. Je nach Konstruktion kann ein Sitzbezug die Funktion des Airbags beeinflussen. Speziell dafür entwickelte Modelle können beispielsweise seitliche Öffnungen oder entsprechend ausgelegte Nähte besitzen.

Deshalb gilt: Vor dem Kauf immer prüfen, ob der Sitzbezug für Sitze mit Seitenairbags geeignet ist. Die Angaben des Herstellers sind hier entscheidend. Im Zweifel lieber einmal mehr in die Herstellerangaben schauen – der Autositz darf zwar nass werden, der Airbag aber bitte nicht zum Experimentierfeld werden.

Welches Material eignet sich für Surf-Seat-Cover?

Bei wasserabweisenden Sitzbezügen kommen unterschiedliche Materialien und Materialkombinationen zum Einsatz. Häufig findet man robuste Polyestergewebe mit wasserabweisender oder wasserdichter Beschichtung. Auch 600D-Polyester ist bei solchen Produkten verbreitet. Das Material gilt als robust und ist vergleichsweise unkompliziert in der Pflege. Daneben gibt es Varianten aus recycelten synthetischen Fasern oder Neopren, die sich hinsichtlich Haptik, Flexibilität und Verarbeitung unterscheiden können.

Welches Material sinnvoll ist, hängt letztlich vom Einsatz ab. Für die kurze Fahrt von zehn oder zwanzig Minuten nach der Session braucht es nicht zwingend die maximal ausgestattete Variante. Wer dagegen regelmäßig längere Strecken mit nassem Neopren zurücklegt, sollte stärker auf Wasserbeständigkeit, Verarbeitung und einen guten Halt auf dem Sitz achten.

Wie werden die Sitzbezüge montiert?

Northcore Car Seat Cover- Hibiscus
Northcore Car Seat Cover im Hibiscus-Muster

Die Montage ist normalerweise erfreulich unspektakulär – und genau das ist auch der Sinn der Sache. Die meisten Sitzbezüge werden einfach über Sitzfläche und Rückenlehne gezogen und anschließend mit elastischen Bändern, Gurten oder anderen Befestigungen fixiert. Je nach Modell gibt es Öffnungen oder Aussparungen für Sicherheitsgurte, Armlehnen oder Kopfstützen. Der Vorteil: Der Sitz muss nicht umgebaut werden und der Bezug lässt sich nach der Fahrt meist genauso schnell wieder entfernen.


Einzel-, Doppel- oder Dreiersitz?

Vor dem Kauf solltest du überlegen, welche Sitze überhaupt geschützt werden sollen. In normalen Pkw geht es meistens um einzelne Fahrer- und Beifahrersitze. Bei Vans und Campern kommen dagegen häufig Doppelsitzbänke zum Einsatz. Je nach Fahrzeug gibt es auch Dreiersitzbänke oder andere spezielle Kombinationen.

Dabei zählt nicht nur die reine Breite. Auch Kopfstützen, Sicherheitsgurte, Armlehnen und die Form der Sitzbank können eine Rolle spielen. Gerade bei Campern und Vans lohnt es sich deshalb, die eigene Sitzkonfiguration vorher genau anzuschauen. In manchen Fällen sind einzelne Sitzbezüge praktischer als ein großer Bezug für die komplette Sitzbank.

Welche Varianten gibt es auf dem Markt?

Die Auswahl an Sitzbezügen ist mittlerweile ziemlich groß. Neben schlichten schwarzen Modellen gibt es unterschiedliche Designs, Materialien und Konstruktionen. Manche Bezüge sind bewusst einfach gehalten und lassen sich schnell über den Sitz ziehen. Andere verfügen über zusätzliche Befestigungen, Taschen oder speziell geformte Bereiche für bestimmte Sitztypen.

Mehr Funktionen bedeuten dabei nicht automatisch mehr Nutzen. Entscheidend ist, was du tatsächlich brauchst: einen unkomplizierten Schutz für den nassen Neo, eine besonders robuste Lösung für regelmäßige Wassersporttage oder eine Variante, die auch im Camper flexibel eingesetzt werden kann.

Was kosten wasserabweisende Autositzbezüge?

Einzelne Seat Cover liegen im Bereich von etwa 30 bis 50 Euro. Größere Varianten für Doppel- oder Dreiersitzbänke sowie besondere Material- oder Ausstattungsvarianten können entsprechend darüber liegen.

Damit sind die Bezüge vergleichsweise überschaubare Anschaffungen. Gerade wenn man bedenkt, wie viel Sand, Wasser und Salz ein Autositz im Laufe einer Saison zu sehen bekommen kann. Die Preise hängen allerdings vom Hersteller, Modell, Material und Ausstattungsumfang ab und können sich verändern. Die genannten Werte sind daher eher als grobe Orientierung zu verstehen.

Praktisch für Surfurlaub und Mietwagen

Gerade für Surfurlaub oder Roadtrips kann es praktisch sein, den Bezug einfach im Gepäck mitzunehmen. Am Spot wird er kurz über den Sitz gezogen, nach der Fahrt wieder abgenommen und verstaut. Durch das vergleichsweise kompakte Packmaß lässt er sich unkompliziert im Koffer, Camper oder Surfgepäck unterbringen.

Auch bei Mietwagen kann ein Seat Cover praktisch sein. Schließlich möchte man nach einem langen Tag am Wasser nicht unbedingt Sand, Salz und Restfeuchtigkeit im fremden Auto verteilen. Ein zusätzlicher Schutz auf dem Sitz kann hier einiges angenehmer machen.


Vor- und Nachteile auf einen Blick

Vorteile

  • schützt den Originalbezug vor Feuchtigkeit
  • hält Sand und Schmutz vom Sitz fern
  • meist schnell zu montieren
  • einfacher zu reinigen als die originale Sitzpolsterung
  • verschiedene Größen für Pkw, Vans und Camper erhältlich
  • lässt sich kompakt verstauen
  • praktisch für regelmäßige Surf- und Outdoor-Aktivitäten
  • unterschiedliche Materialien und Designs verfügbar

Nachteile

  • Universalmodelle passen nicht auf jeden Sitz gleich gut
  • nicht jeder Sitzbezug ist für Seitenairbags geeignet
  • wasserabweisend bedeutet nicht automatisch wasserdicht
  • manche Modelle können auf stark konturierten Sitzen verrutschen
  • auch der Sitzbezug selbst muss regelmäßig gereinigt werden

Lohnt sich ein wasserabweisender Sitzbezug?

Ein Sitzbezug ist sicherlich nicht das spektakulärste Teil der Surfausrüstung. Dafür löst er ein ziemlich alltägliches Problem: Was passiert mit dem Auto, wenn der Neoprenanzug nach der Session noch nass ist? Für Surfer, Windsurfer, Kiter, Wingfoiler und SUPler kann ein geeigneter Sitzbezug den Autositz zuverlässig vor Wasser, Sand und Schmutz schützen. Gleichzeitig lässt er sich schnell anbringen, wieder abnehmen und meist unkompliziert reinigen.

Beim Kauf kommt es vor allem auf Passform, Material und Wasserbeständigkeit an. Bei Sitzen mit Seitenairbags sollte außerdem unbedingt auf die entsprechende Eignung geachtet werden. Preislich bewegen sich viele einfache Varianten im mittleren zweistelligen Eurobereich und bleiben damit eine vergleichsweise überschaubare Anschaffung – egal, ob für das eigene Auto, den Camper oder den nächsten Surfurlaub mit Mietwagen.

Denn seien wir ehrlich: Der nasse Neo gehört nach der Session ins Auto. Der Sand darf draußen bleiben.

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Bild von Team Coastaluna

Team Coastaluna

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