Beim Unit SLS legt Duotone für 2027 wieder Hand an. Und zwar nicht nur mit dem Rotstift am Datenblatt. Der Wing bekommt eine kürzere Strut, ein überarbeitetes Profil, eine optimierte Canopy-Spannung und ein neues Fensterlayout. Dazu kommt der auf Leichtbau und Steifigkeit ausgelegte SLS-Materialmix aus PentaTX und Aluula Gold.
- Einsatzbereich: Allround-Wing für Freeride, Freestyle und Wave
- Größen: 2,0 bis 6,5 m² in zehn Größen, jeweils in 0,5-m²-Schritten
- Konstruktion: SLS-Materialmix aus PentaTX und Aluula Gold für Steifigkeit und geringes Gewicht
- Handling: Kürzere Strut und reduziertes Swing Weight für direkteres und agileres Handling
- Griffsystem: Wahlweise Fusion Boom oder Fusion Handles – separat erhältlich
- Preis: 1.239–1.644 € UVP, abhängig von der Größe
- Farben: light-lime, off-green, Concept Blue
Das klingt zunächst nach einer ganzen Menge Detailarbeit – und genau das ist es auch. Denn beim neuen Unit SLS geht es weniger um die eine große Revolution als um mehrere Stellschrauben, die am Ende ein anderes Gesamtpaket ergeben sollen: besseres Handling, direktere Reaktionen und mehr Kontrolle, ohne dass dabei die Power im unteren Windbereich auf der Strecke bleibt.
Ein Spagat, der vor allem für Rider interessant sein dürfte, die ihren Wing nicht nur zum entspannten Hin-und-her-Fahren einsetzen, sondern auch bei Manövern, in der Welle oder bei wechselnden Windbedingungen Wert auf präzises Handling legen. Der grundsätzliche Charakter bleibt dabei erhalten. Der Unit SLS ist weiterhin als Allrounder für Freeride, Freestyle und Wave positioniert.
Kürzere Strut, agilerer Unit SLS 2027
Die wichtigste Änderung sitzt beim 2027er Unit SLS ziemlich zentral im Wing: Die Strut ist kürzer geworden. Dadurch fällt der Wing kompakter aus und soll sich leichter kontrollieren lassen. Gerade bei Manövern ist das interessant. Wenn weniger Masse in Bewegung gebracht werden muss, lässt sich der Wing entsprechend leichter durch Rotationen und Richtungswechsel führen. Duotone verspricht sich davon ein agileres Handling und mehr Kontrolle.
Auch in Böen und Windlöchern soll der kompaktere Aufbau Vorteile bringen. Der Anspruch ist also nicht einfach „kleiner und wendiger“, sondern eher: kompakt, ohne nervös zu werden.
Weniger Profil in der Mitte, mehr an den Tips
Auch beim Profil hat Duotone nachjustiert. Im mittleren Bereich des Wings gibt es etwas weniger Profil, während es in den äußeren Bereichen stärker ausgeprägt ist. Zusammen mit einer optimierten Canopy-Spannung und einem angepassten Tip Twist soll das für eine effizientere Kraftübertragung und einen stabileren Druckpunkt sorgen.
Für den Rider geht es dabei vor allem um Kontrolle: Der Wing soll seine Kraft möglichst sauber liefern und dabei nicht ständig versuchen, die Richtung selbst vorzugeben.

PentaTX und Aluula Gold: Leichtbau mit Steifigkeit
Beim SLS-Aufbau setzt Duotone weiterhin auf einen Materialmix, der zwei Dinge unter einen Hut bringen soll: Steifigkeit und geringes Gewicht. Zum Einsatz kommen 135 g PentaTX im Rahmen und ein 82 g leichtes Aluula-Gold-Center-Panel. Der Wing soll unter Belastung möglichst formstabil bleiben, gleichzeitig aber nicht unnötig Gewicht mit in die Luft nehmen. Gerade beim Unit SLS passt das zum Konzept: Die verkürzte Strut und das reduzierte Swing Weight zielen ebenfalls auf ein möglichst direktes Handling.
Neue Fenster: kompakter und besser im Blick
Auch beim Fensterlayout hat Duotone Hand angelegt. Die Fenster fallen gegenüber dem Vorgängermodell kompakter aus. Aus den eher langgezogenen und breiten Ausschnitten werden höher und schmaler gehaltene Fenster. Der Grund liegt nicht nur in der Optik. Das Fenstermaterial bringt zusätzliches Gewicht mit, weshalb Duotone die Fläche möglichst klein halten möchte. Gleichzeitig soll das neue Layout die Sicht verbessern, ohne die Performance des Wings zu beeinträchtigen.
Fusion Boom oder Handles: Beim Griff bleibt die Wahl
Beim Griffsystem bleibt der Unit SLS flexibel. Wie bereits beim Vorgänger kann der Wing entweder mit dem durchgehenden Fusion Boom oder mit zwei einzelnen Fusion Handles geflogen werden. Wichtig für die Kalkulation: Weder Boom noch Handles gehören zum Lieferumfang des Wings. Sie müssen separat gekauft werden.
Bei den Fusion Handles stehen zwei Größen zur Verfügung. Die Größe M besteht aus einem 43 cm langen vorderen und einem 31 cm langen hinteren Handle. Sie ist für die 2,5- und 3,0-m²-Wings vorgesehen. Die größere L-Variante kommt mit einem 55 cm langen vorderen und einem 31 cm langen hinteren Handle und passt zu den Unit-SLS-Größen von 3,5 bis 6,5 m². Beide Handle-Sets liegen bei einer UVP von 99 Euro. Sollte einmal nur ein Handle beschädigt werden, lässt sich dieser auch einzeln nachkaufen.
Wer lieber einen durchgehenden Boom fährt, hat drei Optionen: S mit 72 cm, M mit 84 cm und L mit 96 cm Länge. Der S-Boom ist für den 2,0-m²-Unit vorgesehen, M für 2,5 und 3,0 m² und L für die Größen von 3,5 bis 6,5 m². Auch die drei Boom-Größen liegen jeweils bei 99 Euro UVP.
Damit bleibt die Wahl des Griffsystems eine Geschmacksfrage – allerdings eine, die man beim Kaufpreis nicht vergessen sollte.
Neuer Leading-Edge Handle für die Welle
Der Unit SLS bekommt eine breitere und steifere Handle an der Leading Edge. Das ist vor allem dann interessant, wenn der Wing in der Welle neutral geflogen oder mit einer Hand kontrolliert wird. Genau hier kommt es darauf an, den Wing möglichst intuitiv in die richtige Position zu bringen, ohne dass er dabei unnötig herumzappelt. Der Leading-Edge Handle soll eine präzisere Kontrolle ermöglichen und das Positionieren des Wings beim Surfen in der Welle erleichtern.
Unit SLS 2027: zehn Größen von 2,0 bis 6,5 m²
Bei der Größenauswahl lässt Duotone kaum Wünsche offen. Der Unit SLS ist in insgesamt zehn Größen erhältlich und deckt den Bereich von 2,0 bis 6,5 m² ab. Die Abstufung erfolgt jeweils in 0,5-m²-Schritten:
2,0 | 2,5 | 3,0 | 3,5 | 4,0 | 4,5 | 5,0 | 5,5 | 6,0 | 6,5 m²
Damit lässt sich der Wing vergleichsweise fein an Körpergewicht, Windbereich und Einsatzbereich anpassen. Gerade für Rider, die mehrere Wings im Quiver fahren, ist das praktisch: Zwischen den einzelnen Größen liegen keine riesigen Sprünge, sodass sich der persönliche Windbereich entsprechend genauer abdecken lässt.
Drei Farbkonzepte für den Unit SLS 2027
Auch bei den Farben hat Duotone drei unterschiedliche Richtungen im Angebot. Ein Farbkonzept kommt in einem knalligen Light-Lime, das am Strand definitiv nicht übersehen werden dürfte. Dazu gibt es eine deutlich gedecktere Variante in dunklem Grün, die optisch etwas zurückhaltender daherkommt.
Wer es noch cleaner mag, kann zum Concept Blue greifen. Der Wing wirkt hier nahezu weiß, weil das Hauptmaterial weitgehend ungefärbt bleibt. Damit stehen beim Unit SLS 2027 drei ziemlich unterschiedliche Looks zur Auswahl – von auffällig und frisch bis hin zu ruhig und zurückhaltend.
Zusatzkosten: Handles, Boom und Leash
Beim Zubehör hört die Liste der zusätzlichen Anschaffungen nicht beim Griffsystem auf. Auch die Leash gehört nicht zum Lieferumfang. Die passende Duotone coiled Leash kostet 39 Euro und ist in zwei Längen erhältlich. Die Größe M ist rund 120 cm lang, die Variante L rund 150 cm. Duotone empfiehlt die kürzere M-Leash für die Winggrößen von 2,0 bis 4,5 m². Die längere L-Version ist für die Größen von 5,0 bis 6,5 m² vorgesehen.

Was kostet der Unit SLS 2027?
Je nach Größe liegt der Preis des Unit SLS 2027 zwischen 1.239 und 1.644 Euro UVP. Damit bewegt sich der Wing im Vergleich zu ähnlich ausgestatteten Modellen im oberen Mittelfeld. Allerdings sollte man beim Blick auf das Preisschild eine Kleinigkeit im Hinterkopf behalten: Der Wing kommt ohne Boom oder Handles. Wer also nicht bereits über das passende Fusion-System verfügt, muss für das Griffsystem weitere 99 Euro einplanen. Dazu kommen gegebenenfalls noch 39 Euro für die Leash. Der tatsächliche Einstiegspreis liegt damit etwas über dem reinen Wing-Preis.
Unit SLS 2027: Was bleibt, was sich ändert
Der Unit SLS 2027 ist kein komplett neu gedachtes Konzept. Das muss er aber auch nicht sein. Der Unit gehört schließlich zu den meistverkauften Wings am Markt – und das kommt nicht von ungefähr. Sein breiter Einsatzbereich, das ausgewogene Handling und die Kombination aus Leistung und Kontrolle machen ihn zu einem echten Allrounder.
Duotone nimmt diesen etablierten Charakter und entwickelt den Wing an mehreren entscheidenden Punkten weiter. Die verkürzte Strut reduziert das Swing Weight und soll den Wing kompakter und manövrierfreudiger machen. Die Änderungen an Profil, Canopy-Spannung und Tip Twist zielen auf einen stabileren Druckpunkt und direktere Reaktionen. Dazu kommt der auf Steifigkeit und geringes Gewicht ausgelegte SLS-Materialmix.
Gleichzeitig bleibt der Unit SLS seinem breiten Einsatzbereich treu. Freeride, Freestyle und Wave stehen weiterhin auf dem Programm. Die zusätzliche Low-End-Power soll dafür sorgen, dass der Wing trotz des Fokus auf Agilität nicht zum nervösen Leichtgewicht wird, das bei der ersten Windböe die Arbeit einstellt.
Unterm Strich wirkt der 2027er Unit SLS damit weniger wie ein komplett neuer Wing als wie eine konsequente Weiterentwicklung eines bereits etablierten Konzepts. Mehr Direktheit, weniger Schwungmasse und ein möglichst breites Einsatzfenster sind die großen Themen.

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