Duotone Trace SLS: Schmal, schnell, kompromisslos auf der Welle

Duotone Trace SLS
Quelle: duotonesports.com/

Mehr Welle, weniger Kompromisse: Mit dem Trace SLS bringt Duotone für die 2027er Range ein Wingfoilboard an den Start, das sich ziemlich eindeutig positioniert. Schmale Outline, spitze Nose, StepTail – der Shape schreit förmlich nach engen Turns und schnellen Richtungswechseln in der Welle. Für alle, die beim Wingfoilen am liebsten an anspruchsvollen Wellenspots mit brechenden Wellen und schnellen, kritischen Sektionen unterwegs sind, dürfte das Trace SLS deshalb besonders interessant sein.


Duotone Wingfoilboard Trace SLS
  • Kategorie: Performance-Waveboard
  • Einsatz: Wingfoilen in der Welle
  • Level: Fortgeschrittene Rider
  • Größen: 4’7″ / 4’10“ / 5’2″ / 5’6″
  • Volumen: 45 L / 60 L / 75 L / 90 L
  • Konstruktion: Biax Carbon PVC
  • Besonderheiten: StepTail, Doppelkonkave & Carbon Foil Tracks
  • UVP: 1.999 € (45–60 L) / 2.099 € (75–90 L)

Duotone Trace SLS: Zwischen Sky Style und Paradox

Bislang mussten sich Wave-orientierte Duotone-Rider vor allem zwischen dem Sky Style SLS und dem Skybrid entscheiden. Der Sky Style kommt mit seinem kompakten Shape eher aus der Freestyle-Ecke, während der Skybrid als Mid-Length-Board einen ganz anderen Ansatz verfolgt. Das Trace SLS geht einen deutlich klassischeren Wave-Weg. Duotone positioniert das Board zwischen Sky Style SLS und Paradox SLS – mit einer kurzen, aber vergleichsweise schmalen Outline und einem klaren Fokus auf Performance in der Welle. Es ist also weniger der Versuch, ein möglichst vielseitiges Board für alles zu bauen. Stattdessen geht es darum, genau dann abzuliefern, wenn die Welle das Kommando übernimmt.

Schmale Outline, spitze Nose

Der erste Blick auf das Trace macht die Ausrichtung ziemlich schnell klar. Das Board ist schmal und besitzt eine spitz zulaufende Nose. Beides reduziert das Gewicht und macht den Shape wendiger. Gleichzeitig entsteht mehr Freiraum beim Carven. Vor allem die schmale Outline spielt in engen Turns ihre Stärken aus. Das Board lässt sich stärker auf die Kante stellen, ohne dass das Rail dabei frühzeitig im Wasser hängen bleibt. Dazu kommen stark angeschrägte Rails mit hohem Apex und ein schmales Unterwasserschiff. Die Kombination schafft zusätzlichen Freiraum und soll aggressive, enge Carves ermöglichen. Kurz gesagt: Das Trace möchte nicht einfach nur durch die Welle getragen werden – es soll sich aktiv durch sie hindurchmanövrieren lassen.

Weißwasser? Kein Drama.

Eine spitze Nose sieht bei einem Waveboard natürlich gut aus. Beim Trace hat sie aber vor allem einen praktischen Grund. Durch die reduzierte Fläche vorne lässt sich die Nose leichter und schneller bewegen. Gleichzeitig soll sie sauberer durch Weißwasser schneiden. Gerade beim Zurücksetzen nach einem Turn oder beim Durchqueren einer brechenden Sektion kann das einen Unterschied machen. Das Board bleibt dadurch kompakt und kontrollierbar, auch wenn die Bedingungen etwas weniger entspannt werden.

StepTail: weniger Fläche, früherer Lift

Ein weiteres auffälliges Detail sitzt am anderen Ende des Boards: das StepTail. Duotone reduziert damit die Fläche hinter dem Foil. Das Heck kann sich dadurch leichter vom Wasser lösen, was einen früheren Lift unterstützt. Gleichzeitig reagiert das Board in Turns schneller auf Gewichtsverlagerungen. Das Konzept kennt man bereits vom Duotone Paradox. Beim Trace passt es besonders gut zur Ausrichtung des Boards: möglichst wenig unnötige Fläche und möglichst viel Reaktionsfreudigkeit.

Doppelkonkave für kontrolliertere Landungen

Auch auf der Unterseite gibt es ein Detail, das nicht nur der Optik dient. Das Trace besitzt eine Doppelkonkave. Sie soll vor allem bei Landungen nach Sprüngen und Wave-Manövern helfen, das Board etwas kontrollierter wieder aufs Wasser zu bringen. Denn auch wenn das Trace klar als Waveboard gedacht ist, heißt das nicht, dass es ausschließlich ums klassische Wellenabreiten geht. Hohe Sprünge und harte Landungen gehören beim modernen Wingfoilen schließlich genauso dazu.

Das Trace SLS: Vier Größen von 45 bis 90 Liter

Beim Volumen deckt Duotone mit vier Größen einen recht breiten Bereich ab. Interessant: Die Volumen überschneiden sich teilweise mit denen von Sky Style und Skybrid. Trotzdem sind die Boards nicht einfach Varianten desselben Konzepts. Beim Trace entscheidet die schmale, surf-orientierte Outline maßgeblich über den Charakter. Durch die reduzierte Fläche kann es beim Trace zudem durchaus Sinn ergeben, eine Nummer größer zu wählen. Das zusätzliche Volumen sorgt für etwas mehr Reserven beim Start, während der schmale Shape den Wave-Charakter beibehält.

  • 4’7″ – 45 Liter
  • 4’10“ – 60 Liter
  • 5’2″ – 75 Liter
  • 5’6″ – 90 Liter

Fußschlaufen: Kompakter Stand für mehr Kontrolle

Auch beim Fußschlaufen-Setup bleibt das Trace auf der sportlichen Seite. Vorne können zwei Schlaufen klassisch in V-Position montiert werden. Alternativ ist auch eine einzelne vordere Schlaufe möglich. Auf eine weit nach vorne versetzte Fußschlaufenposition verzichtet Duotone. Hinten ist eine einzelne Schlaufenposition vorgesehen. Der Stand bleibt damit eher kompakt und auf Kontrolle ausgelegt. Drei Duotone-Fußschlaufen gehören zum Lieferumfang.

Carbon Foil Tracks für direkte Kraftübertragung

Beim Foil-Anschluss setzt Duotone auf verstärkte Carbon Foil Tracks. Sie sind vergleichsweise kurz ausgeführt und besitzen Öffnungen im hinteren Bereich, was die Montage des Foils erleichtern soll. Die Carbon-Konstruktion soll vor allem für eine steife Verbindung zwischen Board und Foil sorgen. Gerade bei einem Performance-orientierten Waveboard ist das relevant: Je direkter die Verbindung, desto unmittelbarer lassen sich Bewegungen und Druck aufs Foil übertragen. Die enger positionierten Inserts unterstützen außerdem einen schmaleren Stand.

Duotone Trace SLS Wingfoilboard

Biax Carbon PVC: Leicht und steif

Beim Aufbau kommt die Biax Carbon PVC Technologie zum Einsatz. Die Konstruktion setzt auf Carbon und einen PVC-Kern und soll geringes Gewicht, Steifigkeit und Widerstandsfähigkeit miteinander verbinden. Das ist gerade bei einem Waveboard eine interessante Kombination. Denn dort bleibt es nicht immer bei sauberen Touchdowns. Harte Landungen, hohe Sprünge und der Kontakt mit unruhigem Wasser gehören zum Einsatzbereich dazu. Gleichzeitig sorgt die steife Konstruktion für eine direkte Kraftübertragung und ein präzises Ansprechverhalten.

Preislich im oberen Regal

Mit einer UVP von 1.999 Euro für die beiden kleineren Größen und 2.099 Euro für die beiden größeren Modelle gehört das Trace SLS definitiv nicht zu den günstigen Wingfoilboards. Für ein Performance-Board mit Biax-Carbon-PVC-Konstruktion bewegt sich der Preis allerdings in einem Bereich, den man auch bei vergleichbaren hochwertigen Carbon-Waveboards findet. Die SLS-Bauweise ist damit sicherlich ein wesentlicher Grund für das Preisniveau – ob sich der Aufpreis gegenüber einfacheren Konstruktionen lohnt, dürfte vor allem für Rider interessant sein, die das zusätzliche Gewicht, die Steifigkeit und das direkte Ansprechverhalten eines solchen High-End-Boards tatsächlich ausnutzen können.

Duotone Trace SLS Wingfoilboard

Für wen eignet sich das Duotone Trace SLS?

Das Trace SLS ist ziemlich eindeutig ein Board für fortgeschrittene Wingfoiler mit einem klaren Fokus auf die Welle. Wer möglichst früh ins Foilen kommen möchte, viel Stabilität sucht oder ein Board für möglichst viele unterschiedliche Bedingungen braucht, dürfte mit einem vielseitigeren Shape besser aufgehoben sein.

Wer dagegen bereits sicher auf dem Foil unterwegs ist und vor allem eines möchte – mehr Kontrolle und Bewegungsfreiheit in der Welle – sollte sich das Trace genauer anschauen. Im Vergleich zum Sky Style ist es etwas länger und deutlich schmaler. Genau das verschiebt den Charakter: weg vom kompakten Freestyle-orientierten Board und hin zum klassischen Performance-Waveboard.

Das Trace SLS ist kein Board für alles. Und genau das ist vermutlich der Punkt. Mit schmaler Outline, spitzer Nose, StepTail und surf-orientiertem Unterwasserschiff ist es konsequent auf die Welle zugeschnitten. Ein Board für Rider, die beim Wingfoilen nicht möglichst viel Fläche unter den Füßen wollen, sondern möglichst wenig davon zwischen sich und dem nächsten Turn.

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Jan

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