Distance Between Dreams: Ein Big-Wave-Film, der unter die Haut geht

Distance Between Dreams
redbull.com

Big-Wave-Filme haben etwas Hypnotisches: Sie zeigen den Moment, in dem Naturgewalt, Können und Konsequenz aufeinandertreffen. Distance Between Dreams gehört genau in diese Kategorie – und sticht dennoch heraus. Die 63‑minütige Dokumentation begleitet Big‑Wave‑Surfer Ian Walsh durch den El‑Niño‑Winter 2015/2016 — eine Saison, die mit einigen der stärksten Swells der modernen Big‑Wave‑Geschichte zu den markantesten Jahren des Sports zählt — und bietet einen intensiven Blick auf ein Leben zwischen Vorbereitung, Risiko und Faszination.

Distance Between Dreams

Distance Between Dreams

  • Laufzeit: 63 Minuten
  • Sprache: Englisch
  • Erscheinungsjahr: 2016
  • Format: Dokumentarfilm / Surf-Doku
  • Thema: Big‑Wave‑Surfen im El‑Niño‑Winter 2015/2016
  • Produktion: Red Bull Media House, Teil der Unrideables-Reihe
  • Hauptprotagonist: Ian Walsh, begleitet u. a. von John John Florence & Shane Dorian

Worum geht es in Distance Between Dreams?

Im Mittelpunkt des Films steht ein Winter, der für Ian Walsh und die Big‑Wave‑Szene kaum intensiver hätte sein können. Mächtige El‑Niño‑Swells rollen über den Pazifik und sorgen für einige der eindrucksvollsten Bedingungen dieser Saison. Distance Between Dreams begleitet Walsh genau in dieser Zeit — an Tagen, an denen sich entscheidet, wer bereit ist, in die wirklich großen Sets zu paddeln oder, besser gesagt, sich mit dem Jetski in die steilen Wände ziehen zu lassen.

Der Film zeigt, was hinter solchen Sessions steckt: harte Vorbereitung im Vorfeld, ein Team, das sich blind vertraut, ausgeklügelte Safety-Setups und die Fähigkeit, in kritischen Momenten ruhig zu bleiben. Als Teil der Red‑Bull‑Unrideables-Reihe reiht sich die Doku in eine Serie ein, die die extremsten Spielarten des Surfens dokumentiert. Gleichzeitig bleibt sie bodenständig: Sie folgt Walsh und seinem Umfeld ohne Pathos — und konzentriert sich auf den Weg zu den Wellen, nicht auf ihre Abrechnung.

Ein Blick so nah, wie Surf‑Filme selten kommen

Was Distance Between Dreams wirklich heraushebt, ist die Art, wie die Sessions eingefangen wurden. Die Kamera hängt oft dort, wo eigentlich niemand sein sollte: tief im Face, nah an Walshs Linie, mitten im Spray. Die Bilder wirken roh, ungefiltert und transportieren das Gefühl, das Big-Wave-Surfer kennen – diesen Mix aus Fokus, Geschwindigkeit und dem Wissen, dass ein kleiner Fehler reicht, um komplett geschluckt zu werden.

Dazu passt der Soundtrack von Tom Holkenborg, der die Sessions eher trägt als kommentiert. Die Musik legt sich wie ein Puls unter die Bilder und hält die Spannung hoch, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Durch den langen Aufnahmezeitraum entsteht ein Gefühl von echter Nähe – kein Zusammenschnitt der größten Momente, sondern ein Blick auf das, was dazwischen passiert.

Wo sich die kleinen Surf‑Gefühle im großen Ozean wiederfinden

Die Doku spricht vor allem Surfer an, die einen Blick hinter die Kulissen echter Big‑Wave‑Sessions werfen möchten. Auch wenn die Dimensionen im Film weit von dem entfernt sind, was die meisten von uns jemals surfen werden, findet man sich in manchen Momenten trotzdem wieder: die Nervosität vor einem Set oder die Sekunden der Ruhe vor dem Drop In.

Und auch Zuschauer, die selbst nicht surfen, aber Action-Dokus mögen, werden abgeholt. Die Aufnahmen sind so nah am Geschehen, dass man die Kraft der Wellen fast körperlich spürt.

Fazit

Distance Between Dreams ist ein Surf-Film, der nicht versucht, größer zu wirken, als er ist — und genau dadurch überzeugt. Die Doku zeigt den echten Alltag hinter Big‑Wave‑Sessions: Vorbereitung, Teamarbeit, mentale Stärke und die wenigen Sekunden, in denen alles auf dem Spiel steht. Dazu Bilder, die man selten so nah und intensiv zu sehen bekommt. Für Surfer und Surf-Fans, die authentische Einblicke statt Highlight-Clips suchen, ist der Film eine klare Empfehlung.

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Team Coastaluna

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