Surfwachs ist eines dieser kleinen Details, das man leicht übersieht – bis es fehlt. Erst wenn die Füße beim Take‑off rutschen oder die Turns unsauber wirken, merkt man, wie wichtig eine gute Wachsschicht ist. Egal ob du gerade deine ersten Wellen paddelst oder als fortgeschrittener Surfer präzise Manöver fahren willst: Das richtige Wachs verbindet dich mit deinem Board und schafft Sicherheit, Flow und Kontrolle.
Wir haben den Markt an Surfwachs‑Produkten einmal genau unter die Lupe genommen und die bekanntesten sowie bewährtesten Marken für dich herausgefiltert – von echten Klassikern der Surfkultur bis hin zu modernen, nachhaltigen Alternativen.
Surf Wax Guide
Und für alle, die ihr Board wirklich optimal vorbereiten möchten, wartet weiter unten ein ausführlicher Surf Wax Guide – mit Tipps, welches Wachs zu welchen Bedingungen passt, wie du dein Surfboard sauber und effektiv wachst und woran du erkennst, dass eine neue Schicht fällig ist.
- Für welche Temperaturen welches Surfwachs ideal ist
- Was ist ein Basecoat?
- Surfboard richtig wachsen – Anleitung für perfekte wax-bumps
- So erkennst du guten Grip
- Surfwachs entfernen – wann, wie oft und wie es am einfachsten geht
Das beste Surfwachs im Überblick
Fu Wax – das klebrigste Wachs
Fu Wax genießt unter vielen Pros absoluten Kultstatus, denn kaum ein Wachs liefert so intensiven, fast „nass‑klebrigen“ Grip. Das Original‑Fu‑Wax ist in fünf Temperaturbereichen erhältlich – von „Cold“ bis „Tropical“ – und bietet dadurch für jede Session die passende Variante. Das Wachs ist etwas weicher und nutzt sich dadurch schneller ab, punktet dafür aber mit maximaler Haftung. Für die nötige Grundstruktur sorgt der passende FU WAX Base Coat.
FU WAX
- FU WAX Cold (bis 13 °C)
- FU WAX Cool (13–17 °C)
- FU WAX Summer Cool (17–21 °C)
- FU WAX Warm (20–24 °C)
- FU WAX Tropical (26–32 °C)
- Preis: ca. 7,50 Euro
Sex Wax – der vielseitige Klassiker
Sex Wax ist weltweit einer der bekanntesten Wachshersteller. Die Mischung aus Grip, Duft und leichter Anwendung macht es zu einem bewährten Allround‑Wachs. Sex Wax unterscheidet zwischen dem klassischen Sex Wax Original, das in Folie eingeschweißt ist, und den Sex Wax Quick Humps, die im Karton geliefert werden und bei vielen Surfern als besonders griffig gelten. Quick Humps gibt es in sechs Härtestufen, sodass du die Abstufung optimal auf die jeweilige Wassertemperatur anpassen kannst.
Sex Wax (Quick Humps)
- Yellow – Cold to Cold (bis ca. 14 °C)
- Purple – Cold to Cool (9–20 °C)
- Green – Cool to Mid‑Warm (14–23 °C)
- Orange – Mid‑Cool to Warm (18–26 °C)
- Red – Warm to Mild Tropic (21–29 °C)
- Blue – Tropic (ab 26 °C)
- Preis: 3,90 Euro
Bubble Gum – unkompliziert und effektiv
Bubble Gum baut schnell wax bumps auf und lässt sich angenehm verarbeiten. Das Bubble Gum Original gibt es in fünf Temperaturabstufungen (von „Cold“ bis „Tropical“), sodass du das Wachs sehr präzise auf die Wassertemperatur abstimmen kannst. Zusätzlich bietet die Marke eine Premium‑Serie, die sich in Rezeptur und Performance leicht vom Original unterscheidet. Besonders spannend: In Zusammenarbeit mit Surf‑Legende Rob Machado gibt es außerdem ein Organic Surf Wax, das auf nachhaltigen Zutaten basiert und komplett plastikfrei verpackt wird.
Bubble Gum
- Lila – Cold (unter 14 °C)
- Blau – Cool to Cold (14–20 °C)
- Grün – Cool to Warm (15–23 °C)
- Orange – Warm to Tropical (20–26 °C)
- Rot – Tropical (ab 27 °C)
- Preis: ca. 3,95 Euro
Mrs. Palmer’s – australischer Klassiker
In Australien ein Dauerbrenner: guter Grip, sehr leicht aufzutragen und in praktischer Papierverpackung. Mrs Palmers bietet sein Surf Wax in vier Temperaturabstufungen an – Cold, Cool, Warm und Tropical – sowie zusätzlich einen Basecoat für die Grundstruktur. Ein Klassiker mit nostalgischer Note.
Mrs. Palmer’s
- Grün – Cold (unter 14°C)
- Blau – Cool (14–18°C)
- Rot – Warm (18–26°C)
- Gelb – Tropical (ab 24°C)
- Preis: ca. 3 Euro
FCS Wax – verlässlich, etwas härter
Das Surf Wax von FCS gehört zu den etwas härteren Wachssorten. Es lässt sich nicht ganz so leicht verteilen wie weichere Varianten, bietet dafür aber lange Haltbarkeit, bleibt formstabil und liefert zuverlässigen Grip. FCS bietet vier Temperaturvarianten (Cold, Cool, Warm, Tropical) sowie einen Basecoat und deckt damit das komplette Spektrum von unter 14°C bis über 22°C ab. Die Wachse bestehen aus natürlichen Inhaltsstoffen, duften nach Kokos und kommen in recycelter Verpackung.
FCS Surf Wax
- Blau – Cold (unter 14°C)
- Grün – Cool (13–19°C)
- Gelb – Warm (18–22°C)
- Rosa – Tropical (ab 22°C)
- Preis: ca. 4 Euro
Sticky Bumps Original – zuverlässig & weit verbreitet
Sticky Bumps Original gilt als eines der zuverlässigsten Allround-Wachse und bietet guten Grip mit langer Haltbarkeit. Das Wachs ist biologisch abbaubar und damit umweltfreundlicher als viele Alternativen. Alle Varianten werden in Kalifornien handgefertigt. Sticky Bumps Original gibt es in vier spezifischen Varianten – von „Cold“ bis „Tropical“. Dazu gibt es auch einen passenden Basecoat, der das Wachs optimal ergänzt.
Sticky Bumps Original
- Lila: Cold (unter 15 °C)
- Blau: Cool (14–19 °C)
- Orange: Warm (18–24 °C)
- Gelb: Tropical (ab 24 °C)
- Preis: ca. 3,90 Euro
Nachhaltig & umweltfreundlich
Wer beim Surfwachs nicht nur auf Grip, sondern auch auf Nachhaltigkeit achten möchte, findet mittlerweile einige überzeugende Alternativen. Die folgenden Marken setzen auf natürliche Inhaltsstoffe, reduzieren oder vermeiden Paraffin, arbeiten mit recycelbaren oder plastikfreien Verpackungen und produzieren teilweise sogar lokal oder handgefertigt.
Matunas – 100 % natürlich, etwas weicher
Matunas Surf Wax ist ein vollständig natürliches, biologisch abbaubares Wachs aus Santa Cruz, das ohne Chemikalien oder Erdöl hergestellt wird. Aus reinen Naturzutaten, frei von synthetischen Zusätzen. Etwas weicher, weniger klebrig, dafür maximal umweltfreundlich. Erhältlich in vier Temperaturvarianten sowie als Basecoat.
Matunas Surf Wax
- Blau: Cold (unter 15 °C)
- Grün: Cool (14–19 °C)
- Rot: Warm (18–24 °C)
- Gold: Tropical (ab 24 °C)
- Preis: ca. 4 Euro
Greenfix – natürliche Inhaltsstoffe & gute Performance
Verzichtet auf Paraffin, Palmöl und Soja, setzt stattdessen auf natürliche Rohstoffe. Einfach aufzutragen, umweltschonend und zuverlässig. Greenfix wird im Baskenland nahe Biarritz aus 100 % natürlichen, nicht‑toxischen Inhaltsstoffen hergestellt. Es ist in fünf Temperaturstufen erhältlich – von Ice Cold unter 10 °C bis Tropical ab 24 °C. Zusätzlich bietet Greenfix auch einen Basecoat an.
Greenfix Surf Wax
- Grau: Ice Cold (unter 10 °C)
- Petrol: Cold (10–14 °C)
- Blau: Cool (14–18 °C)
- Grün: Warm (18–22 °C)
- Orange: Tropical (ab 24 °C)
- Preis: ca. 3,95 Euro
WAX Z’AM – lokal & handgemacht
WAX Z’AM wird in München handgefertigt, besteht zu 100 % aus natürlichen Inhaltsstoffen und deckt alle Wassertemperaturen von Ice Cold (<9°C) bis Tropic (>24°C) ab. Es liefert starken Grip und kommt in nachhaltiger Verpackung. Natürlich gibt es auch den passenden Basecoat.
WAX Z’AM
- Ice Cold unter 9°C
- Cold 9–14°C
- Cool 14–19°C
- Warm – Cool 16–21°C
- Warm 19–24°C
- Tropic über 24°C
- Preis: ca. 4,95 Euro
Surf Wax Guide
Für welche Temperaturen welches Surfwachs ideal ist
Damit dein Wachs zuverlässig hält, musst du es an die Wassertemperatur anpassen. Die meisten Hersteller setzen dafür auf vier grundlegende Temperaturbereiche, deren Härtegrad unterschiedlich auf warme oder kalte Bedingungen reagiert. Einige Marken bieten jedoch sogar bis zu sechs feinere Abstufungen an, um den Grip noch genauer an verschiedene Bedingungen anzupassen. Je wärmer das Wasser, desto härter sollte das Wachs sein – sonst wird es schnell schmierig und verliert an Halt. In kaltem Wasser gilt das Gegenteil: Ist das Wachs zu hart, lässt es sich nur schwer auftragen und bietet wenig Traktion.
Die typische Einteilung sieht so aus:
- Cold Water Wax: unter 14°C – besonders weich
- Cool Water Wax: 14–20°C – mittlere Härte
- Warm Water Wax: 18–23°C – härter
- Tropical Wax: über 24–26°C – sehr hart
Diese Temperaturklassen finden sich zwar bei den meisten großen Wachsmarken wieder, doch der Weg zum richtigen Wachs im Surfshop ist deshalb längst nicht immer einfach. Viele Hersteller nutzen ähnliche Farben für ihre Verpackungen – allerdings oft für völlig unterschiedliche Temperaturbereiche. Ein schönes Beispiel: Bei Sex Wax steht die gelbe Verpackung für eiskaltes Wasser, während Sticky Bumps mit genau derselben Farbe tropisch-warme Bedingungen meint.
Zusätzlich bieten manche Marken nicht nur die klassischen vier Varianten, sondern auch feinere Zwischenabstufungen wie „Extra Cold“, „Summer Cool“ oder andere Übergangsbereiche. So wächst die Auswahl schnell auf fünf oder sechs Sorten an – und die Übersicht schrumpft entsprechend.
Und als wäre das nicht genug, verstecken einige Hersteller die entscheidende Temperaturangabe so gut auf der Packung, dass sich der Kauf beinahe wie ein kleines Surfshop-Suchspiel anfühlt. Deshalb lohnt es sich, die Verpackung wirklich genau anzuschauen.
Was ist eigentlich ein Basecoat?
Der Basecoat ist ein besonders hartes Surfwachs, das als erste Schicht auf das Deck deines Surfboards kommt. Durch seine feste Konsistenz entstehen stabile, langlebige wax bumps – kleine Wachserhebungen, an denen der weichere Topcoat später optimal haften kann. Diese strukturierte Grundschicht bleibt länger erhalten, drückt sich nicht so schnell platt und bildet das stabile Fundament für deinen Grip.
Der Topcoat liefert anschließend die eigentliche Klebrigkeit an der Oberfläche. Hinter dem Begriff Topcoat verbirgt sich also das eigentliche Surfwachs, das du je nach Wassertemperatur auswählst und das letztlich für den spürbaren Halt unter deinen Füßen sorgt.
Surfboard richtig wachsen – Anleitung für perfekte wax bumps
Damit dein Surfboard guten Grip bekommt, geht es immer darum, kleine, griffige wax bumps aufzubauen. Diese Struktur entsteht nicht zufällig, sondern durch ein gleichmäßiges Auftragen des Wachses – entweder mit Basecoat oder ohne Basecoat. Beide Methoden funktionieren zuverlässig, unterscheiden sich aber im Aufwand, in der Haltbarkeit und im Gefühl unter den Füßen. Genau deshalb empfehlen die meisten Hersteller die Verwendung eines passenden Basecoats, um die bestmögliche Performance herauszuholen.
Egal, welche Methode du wählst: Entscheidend ist, wie du das Wachs verteilst. Bewährt haben sich kleine Kreise oder ein diagonales Kreuzmuster (Cross‑Hatch), das Schritt für Schritt die ersten wax bumps entstehen lässt. Wichtig ist, dass du gleichmäßig arbeitest und nicht zu schnell Druck aufbaust – das Wachs soll sich auf dem kalten Deck ablagern, nicht warmgerieben werden.
Variante 1: Mit Basecoat (klassisch & langlebig)
Bei der klassischen Methode trägst du zuerst einen harten Basecoat direkt auf das saubere, trockene Deck auf. Er bildet eine robuste Grundstruktur, in der später der Topcoat Halt findet.
Nutze die Kante des Wachses und arbeite in kleinen kreisenden Bewegungen oder in überkreuzten diagonalen Linien (Cross‑Hatch). Diese Technik sorgt dafür, dass sich der Basecoat in Schichten übereinander aufbaut und sich stabile wax bumps bilden.
Da Basecoat hart ist, brauchst du etwas Druck. Achte aber darauf, nicht zu lange an einer Stelle zu bleiben – sonst erwärmt sich das Wachs und schmiert, statt zu haften.
Wenn das Board eine gleichmäßige, raue Grundstruktur hat, kommt eine leichte Schicht Topcoat darüber. Der Topcoat sorgt für die tatsächliche Klebrigkeit, ohne die Basecoat‑Struktur zu glätten.
- Wachskante nutzen, Kreise oder diagonale Linien
- Struktur langsam und gleichmäßig aufbauen
- Druck ja – aber nicht reiben, bis das Wachs warm wird
- Wax bumps müssen klar fühlbar sein
- Danach eine dünne Schicht Topcoat
- Sehr langlebiger Grip – ideal für regelmäßiges Surfen & wärmere Bedingungen
Variante 2: Ohne Basecoat (einfach & schnell)
Du kannst dein Board auch direkt mit Topcoat wachsen. Das funktioniert besonders gut für Einsteiger, spontane Sessions oder wenn du wenig Zeit hast.
Da Topcoat weicher ist, dauert es etwas länger, bis sich die wax bumps aufbauen. Sei geduldig und arbeite ebenfalls in kleinen Kreisen oder in einem lockeren Kreuzmuster.
Wenn sich die Oberfläche nach dem ersten Durchgang noch glatt anfühlt, einfach eine weitere dünne Schicht darüberlegen. So bekommt das Board schnell eine ordentliche Grundstruktur – allerdings weniger langlebig als mit Basecoat.
- Direkt mit Topcoat arbeiten
- Kleine Kreise oder Diagonalbewegungen
- Mehrfach drübergehen, da das Wachs weicher ist
- Schnell und unkompliziert, aber weniger langlebig
So erkennst du guten Grip
Eine gute Wachsschicht erkennst du daran, dass sie dir beim Anfassen sofort ein Gefühl von Halt vermittelt – ohne zu schmieren oder sich glitschig anzufühlen. Die Oberfläche sollte leicht rau sein, mit kleinen, klar ausgeprägten wax bumps, die deinen Füßen beim Take‑off und in Turns Stabilität geben. Wird die Schicht hingegen glatt oder glänzend, verliert das Wachs an Wirkung – dann ist es Zeit nachzuwachsen.
Guten Grip erkennen:
- Oberfläche fühlt sich griffig, nicht glatt an
- Wax bumps sind klar sichtbar und gleichmäßig verteilt
- Wachs darf nicht schmierig oder glänzend wirken
- Bei Glätte: dünne Schicht Topcoat nachlegen
Surfwachs entfernen – wann, wie oft und wie es am einfachsten geht
Mit der Zeit sammelt sich auf deinem Surfboard in der Wachsschicht alles Mögliche an: Sand, Staub, Salz, Sonnenschutz, Schmutz und kleine Abriebpartikel. Dadurch wird das Wachs zunehmend glatt, hart oder grau – und der Grip lässt spürbar nach. Wenn dein Board also nicht mehr richtig haftet oder sich die Oberfläche eher schmierig als griffig anfühlt, ist es Zeit für eine komplette Wachserneuerung.
Auch beim Wechsel in andere Wassertemperaturen sollte das alte Wachs ab, da unterschiedliche Wassertemperaturen verschiedene Wachs‑Härtegrade erfordern. Lässt du die alte Schicht einfach drauf, können Basecoat und Topcoat nicht sauber miteinander arbeiten.
Am einfachsten lässt sich das Wachs lösen, wenn es durch Sonne oder heißes Wasser weicher geworden ist. Mit einem Wachskamm kannst du es dann in großen Stücken abziehen und danach dein Board wieder frisch einwachsen.
Wenn du dein Surfboard nach dem Entwachsen wirklich wieder „wie neu“ aussehen lassen willst, empfehlen wir dir den Pickle Wax Remover – eine Art Reinigungsschwamm, der nach dem Einsatz des Wachskamms selbst die letzten Wachsreste zuverlässig herauszieht. Wir nennen ihn liebevoll die „Surfgurke“. Das Teil kostet zwar rund 15 Euro, aber wer sein Board liebt, für den lohnt sich diese kleine Investition definitiv.
Fazit
Das richtige Surfwachs sorgt für Halt, Kontrolle und ein optimale Boardgefühl. Ob maximal klebrig, nachhaltig oder unkompliziert – die Wahl hängt von deinen Bedingungen und Vorlieben ab. Eine sauber aufgebaute Struktur aus wax bumps ist dabei der Schlüssel für eine erfolgreiche Session.






